Kreta: Geschichte und Kultur

By Eurohoops Team/ info@eurohoops.net

Die strategische Lage von Kreta am Knotenpunkt der antiken Zivilisationen im Mittelmeerraum war der Hauptgrund dafür, dass fortwährend unterschiedliche Besatzer Anspruch auf die Insel erhoben. Überall auf der Insel findet man Spuren der jeweiligen Besatzer und auch in den Traditionen und Bräuchen der Kreter haben sie sich tief eingegraben.

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Die Minoer, die erste europäische Zivilisation

Kreta ist der Geburtsort der ersten europäischen Zivilisation, der Minoer, welche ihre Blütezeit zwischen 3000 und 1200 v. Chr. hauptsächlich im mittleren und östlichen Teil Kretas erlebte. Auch heute noch spiegeln die majestätischen Paläste von Knossos, Phaestus, Malia, Zakros, Tylissos, Arhanes, Monastiraki, Galatas, Kydonia und die luxuriösen Anwesen von Agia Triada, Zominthos, Amnisos, Makrigialos, Vathipetro und Nerokouros die Pracht der minoischen Zivilisation durch Architektur, Töpferwaren, Schmuck und Malerei wider.

Die minoische Flotte, die stärkste ihrer Zeit, was durch mehrere Funde im Mittelmeer belegt wurde, brachte Kreta Wohlstand durch den Handel mit der berühmten kretischen Zypresse und landwirtschaftlichen Produkten. Die Schiffe wurden in großen Werften gebaut, wie der Schiffswerft von St. Theodori bei Vathianos Kambos. Sie waren mit Holz, Honig, Wein, Töpferwaren und Olivenöl aus den Häfen von Dia, Katsambas, Komos, Zakros, Psira, Mochlos, Niros und Petras beladen und segelten in alle Richtungen des Mittelmeers bis nach Skandinavien.

Frauen waren den Männern gleichgestellt und nahmen an allen religiösen Zeremonien, sportlichen Aktivitäten, der Jagd, Theater- und Tanzveranstaltungen teil. Die Meisterstücke der Gebäudearchitektur, Malerei, Bildhauerei und Goldschmiedekunst inspirieren noch heute die moderne Zivilisation. Die Schriften Linear A und Linear B erinnern an die ägyptischen Hieroglyphen, es sind jedoch Schriften griechischen Ursprungs. Der Diskos von Phaistos stellt auch heute noch eines der bekanntesten Mysterien der Archäologie dar und die Entschlüsselung der Symbole bleibt ein Rätsel.

Die Verehrung von Gottheiten wie der Muttergöttin der Fruchtbarkeit, der Herrin der Tiere, Beschützerin der Städte, Häuser und Ernte sowie der Unterwelt dominierten die religiöse Tradition der Minoer, die viele Höhlen und Berggipfel als Gebetsstätten nutzten. Pilger von der ganzen Insel stiegen zu den Gipfelheiligtümern von Juchtas auf und in die Höhle von Hosto Nero auf, um ihre Votivgaben wie minoische Inschriften oder Tonfiguren von Gottheiten darzubringen. Auch gab es Gipfelheiligtümer auf den Gipfeln der Berge Vrysinas, Petsophas, Traostalos, Zhou, Karphi etc. Die Dikti-, Ida- und Kamares-Höhlen spielten ebenso eine bedeutende Rolle bei der Anbetung von Gottheiten.

Tipp

Die minoische Zivilisation war die erste, die Tonrohre für die Wasser- und Abwasserversorgung nutzte.

Das dunkle Zeitalter
Die imposanten minoischen Paläste und die restlichen Bauwerke entstanden zwischen 2000 und 1400 v. Chr. Um 1700 v. Chr. wurden die minoischen Städte zerstört, vermutlich durch den Ausbruch des Vulkans auf Santorin, was jedoch nicht belegt ist. Die Paläste wurden wieder aufgebaut, jedoch begann mit der Zerstörung der großen minoischen Zentren durch die Mykener um 1400 v. Chr. der Niedergang.
Die minoische Supermacht war zu sehr geschwächt und konnte sich nicht mehr erholen. Letztlich verschwand sie in den folgenden Jahrhunderten und ermöglichte so den Achaern und Doriern die Eroberung der Insel.
Die Küstenbewohner, die sich zum ersten Mal mit der Bedrohung ihrer Insel durch einen externen Feind konfrontiert sahen, wurden in die äußerst unwirtlichen und schroffen Bergregionen gedrängt. Dies war der Beginn des sogenannten dunklen Zeitalters (1200-800 v. Chr.), als Städte an den unzugänglichsten, natürlich befestigten Orten erbaut wurden.
Bis heute haben Archäologen nicht belegt, was die Minoer zwang ihr fruchtbares Land zu verlassen und uneinnehmbare Städte auf windigen Berggipfeln zu erbauen, wie z. B. die Siedlungen auf den Gipfeln der Berge Karphi, Flektro, Kastro von Kavoussi, Azorias, Vrondas, Kastrokefala, Kyrimianos, Fratiani Kefala etc.
Klassisches und gräko-romanisches Zeitalter auf Kreta

Während des dunklen Zeitalters war das Leben in solch entlegenen und unwirtlichen Gebieten derart mühselig, dass diese Siedlungen wenige Jahrhunderte später aufgegeben wurden und verschwanden. Gleichzeitig legten die Achaer und Dorier den Grundstein für die Blüte des klassischen Hellenismus. Sie führten neue Bräuche ein wie die Nutzung von Eisen, die Feuerbestattung und neue Arten der Bekleidung.

Die „Insel der hundert Städte“, wie von Homer beschrieben, rückte allmählich in den Vordergrund. Knossos wurde erneut zum Verwaltungszentrum und neue eindrucksvolle Städte entwickelten sich, z. B. Hierapytna, Itanos, Axos, Praesus, Sivrytos, Dreros, Rizinia, Tripitos und viele andere.

Als der Römer Quintus Caecilius Metellus Kreta im Jahre 69 v. Chr. eroberte, verlagerte sich die Hauptstadt der Insel nach Gortys, das später zur Hauptstadt der senatorischen Provinz Kreta und Kyrene wurde. Die Stadt beeindruckt noch heute mit den Überresten der Bäder, der Theater, des Stadions, des Hippodroms, der Zitadelle und der Tempel. Versorgt wurde die Stadt über die Häfen von Matala, Lassea und Levena (das heutige Lendas).

Neben Gortys florierten viele andere Städte. Hierzu gehören die heutigen Städte Eleftherna, Polyrhenia, Lyttos, Elyros, Aptera, Lappa, Olous, Lato und Priansus mit äußerst eindrucksvollen archäologischen Stätten.

Nach der Errichtung kretischer Kolonien auf Sizilien, in Marseille und Kyrene im 7. Jahrhundert v. Chr. florierte der Handel erneut und viele Häfen wurden mächtiger als die Städte, die sie versorgten. Einige Häfen entwickelten sich zu Großstädten, z. B. Falassarna, Lissos, Cheronissos, Lato Kamara und Inatus.
Tipp

Einer der rätselhaftesten archäologischen Funde auf Kreta befindet sich in der Nähe der antiken Stadt Elyros. Dabei handelt es sich um eine aus Stein gemeißelte kegelförmige Pyramide, die vermutlich als Grabstätte genutzt wurde.

Respekt vor den Toten

Auf Kreta finden sich viele antike Gräber, die die große Sorgfalt betonen, mit der die Kreter die Toten behandelten. Im Bronzezeitalter (6000-3500 v. Chr.) wurde die einfache Beisetzung der Toten in Höhlen abgeschafft und Friedhöfe breiteten sich aus.

Während der minoischen Ära waren Gräber in einigen Gebieten im Osten Kretas, einschließlich Gournia, Mochlos und Palekastro, rechteckig und konnten zur Bestattung vieler Toten wiederverwendet werden. In Chrysolakos bei Malia, Palekastro, Arhanes und Platanos entdeckten Archäologen ganze Begräbnisgebäude, jedoch waren die vorherrschenden Grabformen kuppelförmig (Tholos) und gewölbt. Große kuppelförmige Gräber wurden in Kamilari in der Nähe des Klosters von Odigitria, Koumasa, Maleme, Ahladia, Stylos, Fylaki bei Vamos, Margarites, Apodoulou und Gerokambos gefunden. Am Fuße des Hügels Fourni bei Arhanes und bei Armeni (Rethymnon) stieß man auf große Friedhöfe (Nekropolis) dieser Ära mit Hunderten von Gräbern.

Während der römischen Ära wurde eine große Anzahl von Gräbern in den weichen Kalkstein geschlagen, von dem es auf Kreta reichlich gibt. Der bekannteste Friedhof mit in den Stein gemeißelten Höhlengräbern dieses Zeitalters ist Matala, wo in den 70er-Jahren Hippies lebten. Beeindruckende Steingräber wurden auch im antiken Kydonia (Chania), in Trialonia, in Siderospilia (Prinias) und in der üppig grünen Schlucht von Pente Parthenes (antikes Lappa) gefunden. Besonders das Gebiet von Agios Thomas, mit den riesengroßen Steingräbern von Gra Mandra, war ein wichtiges Zentrum für die Anbetung chthonischer Gottheiten.
Tipp
Der größte Friedhof des Bronzezeitalters (4500-3500 v. Chr.) in Griechenland wurde bei Agia Fotia (Sitia) ausgegraben. Dort befinden sich 302 Gräber.
Der Anbruch des Christentums

Auf seiner Reise nach Rom landete der Apostel Paulus auf Kreta und verkündete den Glauben und die Lehre des Christentums. Er entzündete die Flamme einer jahrhundertealten Tradition der Enthaltsamkeit, deren Spuren wir heute noch in Einsiedeleien und klösterlichen Einrichtungen in der Region von Asterousia finden.

Gebiete, die laut Überlieferung vom Heiligen Paulus und Heiligen Johannes Xenos besucht wurden, verwandelten sich in lebendige Gemeinschaften, die sich der Enthaltsamkeit verschrieben. Von diesen haben Asterousia und die Halbinsel Akrotiri bei Chania bis heute ihren klösterlichen Charakter bewahrt.

Die Insel wurde zu einem wichtigen Zentrum des Christentums, wie Hunderte religiöse Monumente zeigen, die überall zu finden sind. Die alten Tempel der zwölf olympischen Götter verwandelten sich in imposante Basiliken und höhlenartige Heiligtümer wurden in Kirchen umgebaut.

Überreste frühchristlicher Basiliken, die nach wie vor aufgrund ihrer Größe äußerst beeindruckend sind, sind über die ganze Insel verstreut. Neben der riesigen Basilika St. Titus in Gortys lassen sich Spuren ähnlicher religiöser Monumente bei Hersonissos, Fragokastelo, Elounda, Almyrida, Panormo, Goulediana, Sougia und Eleftherna finden.

Tipp

Die kleine Höhle, in der der heilige Apostel Paulus laut Überlieferung zwei Jahre lang lebte, befindet sich bei Kali Limenes und ist für Besucher geöffnet.
Die venezianische Ära

Der blühende Wohlstand des christlichen Kretas unter dem Schutze des byzantinischen Reichs fand eine jähe Unterbrechung durch die Araber im Jahre 824 n. Chr. Die neuen Besatzer der Insel machten aus Candia, dem heutigen Heraklion, einen Ausgangspunkt für ihre Seeraubzüge im Mittelmeer.

Nach mehreren gescheiterten Versuchen schafften es die Byzantiner schließlich, Kreta im Jahre 961 n. Chr. unter dem Befehl von Nicephorus Phocas zu befreien, und gaben somit der byzantinischen Tradition Kretas einen neuen Impuls.

Nach der Besetzung von Konstantinopel im vierten Kreuzzug im Jahre 1204 wurden die Venezianer bis zum Jahre 1669 zu den neuen Herren von Kreta. Während dieser Zeit kam es auf Kreta zu einer großen wirtschaftlichen und spirituellen Entwicklung, trotz der revolutionären Aktivitäten der lokalen Bevölkerung. Große Städte wurden wieder aufgebaut, geschmückt mit imposanten Monumenten und befestigt durch massive Mauern.

Unterdessen war es eine Zeit, in der die Kunst florierte. Große Ikonografen und Maler zogen die Aufmerksamkeit auf sich, wie z. B. Dominicus Theotocopoulos (El Greco) und Michael Damascenus.

Darüber hinaus erlebten Literatur, Dichtkunst, Musik und Theater eine noch nie da gewesene Blüte und es gingen Meisterstücke wie Erotokritos und Erophile daraus hervor. All dies wurde im Jahre 1669 zum Erliegen gebracht, als Candia, die letzte Festung auf Kreta, von den Osmanen nach 21 Jahren der Belagerung eingenommen wurde.

Tipp

Die venezianische Festungsanlage von Candia war das größte mittelalterliche Festungsprojekt im östlichen Mittelmeer.

Die osmanische Ära

Nachdem sie den Besitzanspruch auf Konstantinopel stabilisiert hatten, nahmen sich die Osmanen im 17. Jahrhundert neue Eroberungen zum Ziel. Kreta geriet aufgrund seiner strategischen Lage im Mittelmeer bald in den Fokus ihrer Expansionspolitik.

Nach heftigen Kämpfen schafften es die Osmanen die Städte Chania im Jahre 1645 und Rethymnon im Jahre 1646 zu besetzen. Jedoch blieb die letzte Festungsanlage, die große Festung von Candia, bis 1669 unter venezianischer Herrschaft, als sie nach 21 Jahren der Belagerung fiel. Der Fall von Candia war der Beginn einer leidvollen Zeit für die Christen auf Kreta.

Gegen die Besetzung Kretas durch die Osmanen begehrte die einheimische Bevölkerung bald in zahlreichen Aufständen auf. Besonders die Befreiung der Mutterinsel Griechenland im Jahre 1821 ließ die Hoffnungen der Kreter auf Freiheit wiederaufleben. Nach der großen kretischen Revolution von 1866-1869, bei der das Kloster Arkadi zerstört und die Dörfer der Lassithi-Hochebene geplündert wurden, rückte die Freiheit näher denn je. Allerdings vergiengen einige weitere harte Jahre bis zur Autonomie Kretas und zur Union mit Griechenland im Jahre 1898 bzw. 1913.

Tipp

Die 21-jährige Belagerung von Candia durch die Osmanen (1648-1669) stellt die längste Belagerung der Weltgeschichte dar.

Moderne Geschichte
Am 1. Dezember 1913 vereinigte sich Kreta offiziell mit Griechenland und erfüllte somit den jahrhundertelangen Traum des kretischen Volkes. Der Politiker Eleftherios Venizelos aus Chania, der später Premierminister von Griechenland werden sollte, betrat das politische Parkett.

Doch damit war der Kampf der Kreter noch immer nicht zu Ende. 1941 mussten sie aufgrund der strategischen Bedeutung der Insel mit der Schlacht von Kreta eine der wichtigsten Schlachten des zweiten Weltkriegs über sich ergehen lassen.

Wieder einmal war Kreta aus seiner Asche auferstanden. Heute erinnern über die Insel verteilte Denkmäler und Monumente an die Schrecken und die Zerstörung des Krieges und an die große Bedeutung der friedlichen Koexistenz von Nationen.

An allen Orten auf Kreta kann der Besucher noch immer die Reste der militärischen Infrastruktur der Deutschen sehen. Nach wie vor kann man die gespenstisch wirkenden Bunker an den steilen Kaps von Lithino, Spatha, Aforesmenos, Drapanos, Plakias und vielen anderen Orten erkennen. Besucher können den Soldatenfriedhof der Alliierten in der Souda-Bucht und den deutschen Soldatenfriedhof in Maleme, wo die Schlacht von Kreta stattfand, besichtigen.

Tipp

Die Schlacht von Kreta ist die erste Luftinvasion der Geschichte.

Museen und Sammlungen

Die archäologische Bedeutung der Insel wird durch Museen und archäologische Sammlungen herausgestellt. Das archäologische Museum von Heraklion beherbergt die wichtigsten Funde der minoischen Zivilisation. Schätze, die auf die Zeit von der neolithischen bis zur römischen Ära zurückgehen, können außerdem im archäologischen Museum von Chania, Rethymnon, Sitia, Kissamos und Arhanes besichtigt werden. In den folgenden Jahren sollen die neuen Museen von Messara und des antiken Eleftherna eröffnet werden, während das Museum von Agios Nikolaos gerade renoviert wird. Wichtige lokale archäologische Sammlungen sind in Lerapetra, Myrtos und Gazi zu sehen.

Das Historische Museum von Kreta bietet ein umfassendes Bild der Geschichte und Kultur Kretas vom frühen Christentum bis zum 20. Jahrhundert, wohingegen saisonale Ausstellungen Objekte der byzantinischen und modernen Kunst, wichtige Persönlichkeiten Griechenlands und die Darstellung historischer Ereignisse beinhalten. Die Stadt Chania beherbergt das Historische Archiv von Kreta mit mehr als 170 archivarischen Sammlungen und das zweitgrößte nautische Museum in Griechenland, welches sich zum Ziel setzt, die große maritime Tradition Kretas zu bewahren. Die byzantinischen Museen von Heraklion, Chania und Rethymnon sind ebenfalls ganz besondere Orte, die sich hauptsächlich der Sakralkunst widmen.

Die Kriegssammlungen und -archive sollen des Widerstands und des Kampfes der Kreter gegen die verschiedenen Besetzer der Insel gedenken. Das wichtigste Museum hierbei ist das Kriegsmuseum von Rethymnon in Chromonastiri, das Historische Museum von Vorizia, die Museen des nationalen Widerstands in Therisso und Heraklion, das Historische Museum von Keramia, das Skalidis-Museum in Perivolia, das Kriegsmuseum in Askifou und die Militärsammlung von Argirakis in Episkopi. Darüber hinaus sind die deutschen Tunnel in Platanias und das Makasi-Tor in der Stadtmauer von Heraklion sehr wichtige historische Stätten.

Auf der ganzen Insel lassen sich Museen und Sammlungen finden, die das Leben und das Werk bedeutender kretischer Schriftsteller, Künstler und Politiker hervorheben. Orte, die dem Leben und dem Werk des nationalen Führers Eleftherios Venizelos gewidmet sind, stehen Besuchern offen. Hierzu gehören das Haus in Mournies, in dem er geboren wurde, sein Haus in Halepa, das Historische Museum in Therisso und das Venizelos-Museum im Dorf Agios Georgios. Ein sehr interessantes Museum, das dem großen Schriftsteller Nikos Kazantzakis gewidmet ist, befindet sich in dessen Geburtsort Myrtia. Des Weiteren können Besucher das Haus in Fodele besichtigen, in dem angeblich der große Maler El Greco geboren wurde, und das Bethlehem-Tor in der Stadtmauer von Heraklion, wo Gegenstände aus dem Film „El Greco“ ausgestellt werden. Zuletzt beherbergt das Dorf Viannos noch ein Museum, das dem Schriftsteller Ioannis Kondylakis gewidmet ist.

Es lohnt sich, Museen für Natur und Wissenschaft zu besichtigen, wie das Naturhistorische Museum, das Aquarium von Kreta in Gournes, die Museen für kretische Kräuter und Fischerei von Kolimvari, das Geologische Museum von Zaros und das Museum für Chemie in Chania. Weitere besondere Museen auf Kreta sind das Museum für klassische Fahrzeuge in Exo Lakonia, das Museum der Fußballnationalmannschaft und das Museum für Typografie in Chania, das Museum für Musikinstrumente in Houdetsi, das Wachsmuseum in Zoniana, das Schulmuseum in Nerokouros und das „Museum of Acritans of Europe“ (Dauerausstellung zu Parallelen zwischen byzantinischen und westlichen Heldensagen) in Paleochora.

Die meisten Museen auf Kreta sind dem täglichen Leben der Kreter gewidmet, vorwiegend durch die Ausstellung von Gegenständen der ländlichen Tradition. Sehr schöne Sammlungen sind in den Folkloremuseen von Lychnostatis in Hersonissos, Chania, Vori, Arolithos, Tylissos, Rethymnon, Agios Nikolaos, Sitia, Vainia, Therisso, Gavalohori, Piskopiano, Somatas, Ini, Asites, Handras, Kandanos, Palekastro, Vrahassi, Gavdos, Pefki, Hamezi, Mohos, Spili etc. ausgestellt. In Zakros und Chromonastiri können traditionelle Wassermühlen besichtigt werden. Ebenso gibt es Orte, die sich mit dem Olivenbaum beschäftigen, dazu gehören das Olivenmuseum in Vouves sowie die alte Ölmühle (fabrica) von Arhanes und Vatolakos.

Tipp

Zum Nautischen Museum von Kreta gehört das Museum für antiken und traditionellen Schiffsbau, wo Besucher eine Replik eines minoischen Schiffes namens Minoa besichtigen können. Bei den olympischen Spielen von 2004 begleitete die Minoa die olympische Flamme zum Hafen von Piräus.

Festungen
Die Minoer befestigten ihre Städte nicht, da ihre Seemacht nicht von äußeren Feinden bedroht wurde. Viel später wurden Städte wie Gortys, Smari und Polyrhenia durch Zitadellen und dicke Mauern geschützt, die heute noch sichtbar sind.

Während der venezianischen und osmanischen Ära wurden Hunderte von Festungen gebaut, um die wichtigen Abschnitte der gesamten Insel zu sichern. Zur selben Zeit wurden die Hauptstädte von Kreta (Candia, Chania, Rethymnon, Sitia und Ierapetra) mit gigantischen Mauern befestigt.

Große venezianische Festungen, Kastelle, dominieren noch heute die Schlüsselpositionen auf der Insel. Das imposanteste Bauwerk ist die Festung von Koules im Hafen von Heraklion. Die Festung Intzedin, die die Souda-Bucht schützte, Frangokastelo, Firkas im Hafen von Chania, Kazarma in Sitia, Kales in Ierapetra, Fortezza in Rethymnon und die berühmten befestigten Inselchen Spinalonga, Gramvousa und Souda sind alle in exzellentem Zustand erhalten. Reste weiterer Festungen sind auf der ganzen Insel verstreut und erinnern an ihren alten Zweck.

Besonders nach der großen kretischen Revolution von 1866-69 verstärkten die Osmanen ihre Bemühungen um die ständige Vorherrschaft auf Kreta, indem sie um die 150 kleine und große Türme bauten, um die einzelnen Abschnitte der Insel zu überwachen. Die Türme, die „koules“ genannt wurden, sind noch immer auf fast jedem Gipfel von Kreta sichtbar, von dem aus strategische Abschnitte, besonders in Gebieten mit starken revolutionären Aktivitäten wie Skafia und Milopotamos, überblickt werden konnten.

 

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